Dankenswerter Weise hat sich Magnus Moeck die Zeit und Muße genommen und alle Straßen im Kunibertsviertel aufgelistet und ihre Bedeutung recherchiert. Das Ergebnis ist nicht nur für Historker:innen interessant. Viel Spaß!
Kostgasse
ehemals Waldemannsgasse; seit dem 15. Jh. nach den Verkäufern minderwertigen Fleisches (den sog. Kotzmangern oder Kotzmengern = Kaldaunenhändlern; kauften den Metzgern die Eingeweide ab) zunächst Kotzgasse, später Kostgasse genannt;
Anfang: Johannisstraße, Ende: Am Alten Ufer;
Zwischen Trankgasse und Goldgasse; Heute nicht mehr existent
Goldgasse
von dem Hause Zum goldenen Bart (ungeklärt);
Anfang: Johannisstraße, Ende: Am Alten Ufer
Breslauer Platz
Namensgebung seit 1959 aufgrund der 1956 übernommenen Patenschaft der Stadt Köln mit Breslau als „Symbol für alle durch die Vertreibung heimatlos gewordenen Deutschen“
Rückseitiger Bahnhofsvorplatz
Trankgasse
vom ehemaligen Tränkeplatz der Pferde; daher früher auch Roßgasse; Anfang: Komödienstraße, Ende: Konrad-Adenauer-Ufer.
Trankgassenwerft
früher Constantinswerft;
Anfang: Frankenwerft, Ende: gegenüber Machabäerstraße
Maximinenstraße
Nach dem früher hier gelegenen Kloster St. Maximin (bis 1802);
Ein Teil der Straße hieß früher „Unter Messermacher“
Anfang: Goldgasse/Breslauer Platz, früher Trankgasse
Ende: Turiner Straße, früher Eigelstein
Hermannstraße
nach dem Vornamen des Kaufmanns und Unternehmers Hermann Joseph Jungbluth, der die Straße 1876 ausgebaut hatte
Anfang: Maximinenstraße, Ende: Johannisstraße; parallel südlich zur Altenbergerstraße
Heute nicht mehr existent
Platzgäßchen
Anfang: Johannisstraße Ende: Am Alten Ufer (zwischen Goldgasse und Penzgasse; damals zwischen den Häusern Johannisstraße 50b und 50c);
Der Straßenteil an der Johannisstraße hatte Form und Breite eines Platzes, während die Fortsetzung zum alten Ufer sich zu einer Gasse verengte.
Heute nicht mehr existent
Penzgasse
Der Name Penzgasse kommt von Pansen; hier wohnten die Kaldaunenhändler (Händler von Innereien; auch Pens- oder Penzleute); die Gasse hieß zur Franzosenzeit „rue de la Triperie = Därmemarkt;
Anfang: Johannisstraße Ende: Am Alten Ufer;
zwischen Platzgäßchen und Servasgasse; damals zw. den Häusern Johannisstraße 62 und 64;
Heute nicht mehr existent
Domstraße
Von dieser Straße hatte man früher einen besonders schönen Blick auf den Dom
Früher: Theresienstraße
Anfang: Maximinenstraße, Ende: Theodor-Heuss-Ring
Johannisstraße
Nach der 1239 dort erbauten Kirche der Komturei (Niederlassung der Ritterorden) St. Johannes und Cordula
Anfang: Trankgasse
Ende: Machabäerstraße
Am Alten Ufer
Früher „Auf des Rheines Ufer“
Anfang: Trankgasse
Ende: Kunibertsgasse
Konrad-Adenauer-Ufer
Seit 13.05.1967, zuvor seit 03.02.1897 Kaiser-Friedrich-Ufer;
Anfang: Hohenzollernbrücke/Trankgasse
Ende: Zoobrücke/Übergang in Niederländer Ufer (zugleich B 51)
Altenberger Straße
Nach dem ehemals der Johannisstraße gegenüberliegenden Altenberger Hof (Eigentum der Abtei Altenberg) benannt; Ende des 12. Jahrhunderts gründeten die Mönche der Abtei Altenberg in Köln als weithin bedeutenden Handelsplatz den „Altenberger Hof“ (curia ecclesie de veteri-monte) als Niederlassung und Organisationsmittelpunkt für die Wirtschaft des Klosters; er diente bis zum 15. Jahrhundert auch den Bergischen Herrschern als Residenz und Verhandlungsort, genauso wie den Altenberger Äbten, von denen sich im 18. Jahrhundert einige vorrangig in Köln aufhielten. Im Rahmen der Säkularisierung wurde im Jahr 1804 der Altenberger Hof in Köln zugunsten des französischen Fiskus verkauft.
Anfang: Domstraße
Ende: Johannisstraße
Servasgasse
Benannt nach der früher hier befindlichen Servatiuskapelle an der Servatiuspforte (bis 1802)
Anfang: Johannisstraße Ende: Am Alten Ufer
Brandenburger Straße
Nach dem ehemals hier gelegenen Cleveschen Hof benannt.
Nachdem Cleve an das Kurfürstentum Brandenburg gefallen war, war in diesem Hof der Aufenthaltsort des Gesandten des Kurfürsten von Brandenburg.
Anfang: Domstraße, Ende: Johannisstraße
Allerheiligenstraße
Nach dem früher hier gelegenen Allerheiligen Kloster (bis 1888);
Anfang: Eigelstein
Ende: Domstraße
Jakordenstraße
Die Straße liegt auf dem Gebiet der ehemaligen Komturei (Niederlassung eines Ritterordens) St. Johannes und Cordula;
Anfang: Domstraße
Ende: Johannisstraße
Machabäerstraße
Nach dem ehemaligen Machabäerkloster benannt; der östliche Teil der Straße hieß früher Blümchensgasse und führte am alten Schlachthof vorbei.
Anfang: Eigelstein
Ende: Konrad-Adenauer-Ufer
An der Linde
Ein mit Linden bestandener Platz an der Westseite vor St. Kunibert;
Anfang: Machabäerstraße Ende: Unter Kahlenhausen
Unter Kahlenhausen
Benannt nach dem Gut Kaldenhusen
Anfang: An der Linde; Ende: Thürmchenswall
Clever Straße
Benannt nach dem Clever Hof
Anfang: Thürmchenswall
Ende: Riehler Straße
Kunibertsgasse
Hl. Kunibert (623-663) Bischof von Köln;
Anfang: Altes Ufer, Machabäerstraße; Ende: Konrad-Adenauer-Ufer gegenüber Karl-Band-Platz
Karl Band Platz
Grünanlage zwischen St. Kunibert und Konrad-Adenauer-Ufer;
Am 09.05.2014 benannt nach dem verdienten Kölner Architekten (08.11.1900 – 06.10.1995) Sein Wohnhaus und Atelier erbaute er 1951 in der Kunibertsklostergasse 1 (früher Nr. 3; hier befand sich vor dem Krieg eine städtische Volksschule und ein städt. Kindergarten).
Kunibertskloster
Anfang: Kunibertsgasse süd-östlich der Kunibertskirche und verläuft westlich der Kirche über den Kirchplatz bis zur Dagobertstraße.
Kunibertsklostergasse
Anfang Kunibertskloster, Ende Konrad-Adenauer-Ufer.
Niederrichstraße
Niedrrich war im Mittelalter nördlicher Stadtteil und Gerichtsbezirk Kölns (1106 eingemeindet); früher Clemensstraße, da die St. Kunibertskirche ursprünglich Clemenskirche hieß.
Anfang: Dagobertstraße; Ende: Theodor-Heuss-Ring
Unter Krahnenbäumen
Nach dem Hof „zum Kranich“.
Anfang Eigelstein, Ende: An der Linde
Im Krahnenhof
Hof „zum Kranich“
Anfang Unter Krahnenbäumen; Ende: Dagobertstraße
Dagobertstraße
Der Frankenkönig Dagobert schenkte der Kirche St. Kunibert das Gelände
Anfang: Eigelstein; Ende: Konrad-Adenauer-Ufer
Thürmchenswall
benannt nach dem Thürmchen zum Kunibertstor („Wegschnapp“)
Anfang: Eigelstein; Ende: Konrad-Adenauer-Ufer
Theodor-Heuss-Ring
bis 1963 Deutscher Ring; Abschluss der Ringstraßen, beginnend im Süden mit den Ubiern, den ersten Bewohnern Kölns; die weiteren Ringabschnitte bezogen sich dann auf die geschichtliche Reihenfolge der Kaisergeschlechter, die Zeit der Hansa und zum Schluss der letzte Abschnitt stand für das in den Jahren 1870/1871 wiedererstandene Deutsche Reich.
Anfang: Ebert-Platz, Ende: Konrad-Adenauer-Ufer